die Claudia Rolle

Darf ich vorstellen: Claudia

Das bin ich, Claudia (42). Ich bin Lehrerin aus Nordrhein-Westfalen und ich mache Diät. OK, ich sage, ich „mache Diät“, aber genau genommen „mache ich Diät“ schon seit etwa 2011, also spätestens nach meiner ersten Schwangerschaft. Das sind also schon ein paar Jahre…

Es fühlt sich auf jeden Fall schon ewig lange an, dass ich versuche, abzunehmen. Dabei versuche ich wirklich unterschiedlichste Sachen, von denen ich höre bzw. lese, dass sie beim Abnehmen helfen können. Es ist eher schwer zu beschreiben, was ich alles schon probiert habe. Vielleicht nennt man das experimentierfreudig… 🙂

– Claudia

Bevor wir uns das Verhalten von Claudia weiter ansehen, hier eine kleine Hintergrundgeschichte von mir selber. Denn ich war auch einmal wie eine Claudia.

2011 ging es mir genau so wie vielen anderen Menschen.

Ich hatte über die vorausgehenden drei bis vier Jahre zugelegt – etwa 13 Kilos. Bei einer Körpergröße von 168 cm war das zwar nicht tragisch, aber ich konnte es sehen und vor allem fühlen, denn ich fühlte mich in meiner Haut überhaupt nicht mehr wohl. (‚Haut‘ ist übrigens ein gutes Stichwort, und ich komme gleich noch anhand einer kleinen Anekdote darauf zu sprechen).

Ich hatte es irgendwie kommen sehen, aber es doch geflissentlich missachtet. Die Anzeichen dafür waren auf jeden Fall vorhanden, und sie wurden immer deutlicher. Früher war ich mal ein recht sportlicher junger Mann, also bis in meine 20er.

Dann begann das Berufsleben sowie 2006 der Liebe wegen ein Umzug in meine nach wie vor Wahlheimat Griechenland (die griechische Küche ist nämlich, wenn man nicht aufpasst, sehr reich an schnellen Kohlenhydraten, wie Nudeln, Reis und Kartoffeln).

Hier die oben erwähnte Anekdote:

Ich erinnere mich noch ziemlich gut… es war April 2009. Ich war mit meinem Chef und einer Kollegin auf einer Geschäftsreise in der Nähe von Paris.

Im Hotel erzählte ich den beiden beim Frühstück, dass ich glaube, eine Haselnussallergie zu haben. Ich hatte die letzten Tage im Büro zum ersten Mal einen dieser mit Haselnussaroma versetzten Kaffees getrunken und meine Haut fing an, an den Hüften zu jucken. Für mich war daher klar: das musste der Kaffee bzw. die Haselnuss sein – auch wenn ich vorher nie Probleme mit Haselnüssen hatte.

Die Beiden sahen mich an, sahen sich gegenseitig an, und fingen zu lachen an. Was denn so lustig sei, wollte ich etwas verdutzt wissen. „Mensch, David, das kommt davon, weil Du zugelegt hast!“

Natürlich wollte ich das nicht glauben… Es musste die Haselnuss sein…!

Meine Kollegin setzte dem Ganzen aber die Krone auf. Sie sagte, das sei genau das Symptom, das auch schwangere Frauen haben. Also wenn sich die Haut dehnt.

„Wirklich??“…

Grinsen bei den Kollegen, Totenstille in meinem Gehirn.

Da ging mir zum ersten Mal ein kleines Licht auf.

… und das war der Moment, als ich – ohne es zu wissen – begann, wie Claudia zu agieren.

Die CLAUDIA Rolle

Wieder zu Hause angekommen, machte ich mich auf die Suche nach Informationen. Natürlich suchte ich vor allem online. Ich hatte null Ahnung, wonach ich eigentlich genau suchte. Das Einzige, das ich wusste, war, dass ich mich vielleicht „mal schlau machen sollte“. Also suchte ich nach den offensichtlichen Informationen, also „wie kann ich schnell abnehmen“ und „welche Diät ist die beste“.

Die Ergebnisse? Du kannst es Dir sicher vorstellen… sie waren mehr als dürftig und vor allem verwirrend… Letztlich hangelte ich mich vom einen schillernden Diätversprechen zum nächsten.

So brachte meine Suche nichts Halbes und nichts Ganzes, außer Frust und der wachsende Glaube, dass es wohl auch das fortschreitende Alter sein musste. Denn ich hatte zu dem Zeitpunkt ja schon die 30 überschritten – ein Alter, ab dem es mit dem Stoffwechsel ja bergab gehen soll.

Während meiner „Greenhorn Zeit“ in Punkto Abnehmen hatte ich mich auch in den Newslettern des einen oder anderen sogenannten Ernährungsgurus eingetragen.

Demzufolge wurde ich sozusagen regelrecht erschlagen von Angeboten. 3 Dinge waren damals 100% sicher:

  1. Ich hatte zu viele Kilos auf den Rippen.
  2. Eines Tages werde ich sterben.
  3. Jeden Tag wird ein neues Angebot für eine „funkelnde Diät“ bzw. ein „funkelndes Diätprodukt“ in meinem E-Mail Postfach sein.

… und natürlich ließ ich mich von dem einen oder anderen Angebot verlocken.

Am Anfang war es noch zaghaft, denn ich war verunsichert.

Vielleicht jeden Monat eine neue magische Pille. Es war wie Heroin. Ich fühlte mich teils hilflos. Ich war irgendwann ständig auf der Suche nach dem nächsten funkelnden Diät-Irgendetwas. Die großen (und letztlich falschen) Versprechungen des einfachen, schnellen „Abnehmen auf Knopfdruck“.

Aber jedes Produkt bzw. jede Diät zog mich in eine ganz andere Richtung. So versuchte ich, unter anderem,

  • mich „gesund“ zu ernähren,
  • „viel Obst“ zu essen,
  • „viel Sport“ zu machen,
  • „fettarm“ zu essen,
  • „ohne Kohlenhydrate“ zu essen,
  • langsam zu essen,
  • Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen,
  • nichts zu essen,
  • nur Suppe zu essen,
  • und ich versuchte dies und versuchte jenes…

Ich drehte mich im Kreis. Ich wollte oftmals einfach alles hinschmeißen. Was ich machte, fühlte sich definitiv nicht wie eine richtige Ernährung an.

Zweifellos… ich war zu einem „Gelegenheitssucher“ geworden. (Ehrlich gesagt denke ich, dass die meisten von uns, die abnehmen und schlank bleiben wollen, hier ihre Reise ins Unbekannte beginnen).

Mein fehlerhafter Prozess sah ungefähr so aus:

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… soll heißen: Sobald ich sah, dass es etwas Neues, ‚Funkelndes‘ gab, das schnellen Abnehmerfolg versprach, ließ ich das fallen, was ich gerade gemacht hatte und wandte ich mich dem Neuen zu. Ich hatte ganz klar das, was ich heute das funkelnde Diät-Syndrom nenne. Nur damals wusste ich das noch nicht…

Das Ganze wurde recht schnell extrem frustrierend, denn die Ergebnisse ließen in der Regel zu wünschen übrig.

Diese funkelnden Objekte der Diätindustrie sind meinem Erachten nach wirklich ein Geschwür. Und vermutlich weißt Du das ebenso und ich erzähle Dir da nichts Neues.

Unsere E-Mail Postfächer sind eine krasse Erinnerung an diese Tatsache, tagein und tagaus…

… wenn die nächste „magische Pille-Taktik“ hereinschneit und geradezu nach unserer Aufmerksamkeit schreit.

Bevor ich mich versah, war ich ein gutes Jahr in diesem Teufelskreislauf gefangen.

Ergebnisse?

Kaum vorhanden, in der Regel mit Jojo Effekt.

Und noch schlimmer:

Eine natürliche Ernährung? Nicht die Bohne.

Das war also ein gutes Jahr, das da den Bach hinuntergegangen war. Ich schluckte es aber hinunter und machte meine fehlende Erfahrung mit dem Thema verantwortlich.

In Punkto Ernährung hatte ich nun also etwas am Laufen, das nichts Halbes und nichts Ganzes war.

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Auf der nächsten Seite erfährst Du, warum und wie ich begann, die Sabine Rolle anzunehmen und wie eine Sabine letztlich im Gegensatz zu einer Claudia vorgeht.

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